Am 24. März 1985 war Nicholson mit seinem Fahrer Staff Sergeant Jessie George Schatz auf einer USMLM-Fahrt in der DDR unterwegs. Mit Schatz als Fahrer hatte Nicholson bis dahin insgesamt sieben Fahrten in die DDR unternommen. Über den Zweck dieser letzten Mission und über den Verlauf gibt es von den beteiligten Staaten - USA, Sowjetunion und DDR - höchst unterschiedliche Angaben. Die beiden US-Soldaten waren auf das Gelände einer sowjetischen Panzerdivision bei Ludwigslust gefahren. Dort war Nicholson aus dem Fahrzeug ausgestiegen, hatte sich mit einer Fotokamera einem Militärgebäude genähert und es möglicherweise auch betreten und fotografiert.
Ein zuvor unbemerkter sowjetischer Wachposten, Junior Sergeant Aleksandr Ryabtsev, der sich abseits vom Gebäude im nahen Wald aufgehalten hatte, näherte sich den beiden US-Amerikanern und gab insgesamt drei Schüsse ab. Einer dieser Schüsse traf Nicholson und verwundete ihn tödlich im Oberbauch. Der Wachposten hinderte den Fahrer mit vorgehaltener Waffe daran, mit einer Erste-Hilfe-Ausrüstung zu Nicholson und zu dessen Kamera zu gelangen, und zwang ihn in seinen Wagen zurück. Da das Fahrzeug vertraglich als extraterritoriales Gebiet galt, konnte der Fahrer danach nicht festgenommen werden. Soweit stimmen die Darstellungen überein.
Unterschiedliche Darstellungen gibt es über den genauen Ablauf und damit die Schuldfrage. Die Sowjetunion behauptete, dass der Wachposten die Männer in der Nähe eines sicherheitssensiblen Militärgebäudes angetroffen, sie auf Russisch und Deutsch angerufen, einen Warnschuss abgegeben und erst dann auf den zu seinem nur wenige Meter entfernten Fahrzeug rennenden Nicholson geschossen habe. Die USA behauptete, dass der Posten sofort gezielt auf den Fahrer geschossen habe, der aus dem Schiebedach die Umgebung beobachtete, und, nachdem dieser sich in das Auto fallen ließ, den unbewaffneten Nicholson erschossen habe. Die Sowjetunion behauptete, dass Nicholson sofort tot und daher keine medizinische Hilfe möglich gewesen sei. Die USA behauptete, dass er bis zu zwei Stunden lang verblutete und niemand erste Hilfe leistete, obwohl die vom Posten gerufene Verstärkung bald eingetroffen war.
An vielen Stellen wird berichtet, dass es Major Nicholson wenige Monate zuvor gelungen war, in ein sowjetisches Militärgebäude einzudringen und den damals modernsten sowjetischen T-80-Panzer von innen zu fotografieren. Dafür gibt es, wie bei Geheimdienstaktionen wenig überraschend, bisher keine Bestätigung von den USA. Jedoch ist bekannt, dass dieser Coup bei Nicholsons Rückkehr entsprechend gefeiert wurde.
Über Nicholsons letzten Einsatz wird spekuliert, dass er diesen Erfolg wiederholen wollte. An anderer Stelle wird spekuliert, dass die sowjetische Spionageabwehr ihn in eine Falle locken wollte, um ihn aus Rache für den spektakulären Coup zu liquidieren. Alternativ wird vermutet, dass der Spionageerfolg über die Gegenspionage der DDR bekannt wurde und zu massivem Druck auf die offenkundig nachlässigen Wachmannschaften geführt hatte.
Gegen eine ausgeklügelte Falle und für eine Überreaktion eines wenig erfahrenen Wachsoldaten spricht, dass er den Fahrer in den Wagen zurückzwang. Außerhalb des Fahrzeugs hätte dieser gefangen genommen werden können, um ihn später geheimdienstlich zu befragen.
Da es auch eine ständige Zusammenarbeit zwischen sowjetischen Sicherheitsorganen und der speziellen Abwehrabteilung des MfS gab, wäre bei einer vorbereiteten Falle nicht nur ein Wachsoldat, sondern eine Festnahmegruppe anwesend gewesen, wodurch es nie zu diesem tödlichen Zwischenfall gekommen wäre, da hier nie Schusswaffen zum Einsatz kamen.
Der Leichnam Nicholsons wurde auf der Glienicker Brücke an die US-amerikanischen Mitarbeiter der Verbindungsmission übergeben, anschließend auf die Andrews Airbase in die USA überführt und auf dem Arlington Militärfriedhof (Sektion 7, Grab 171) beigesetzt. 1988 hat sich die Sowjetunion für die Tötung Nicholsons entschuldigt.





Maj. Nicholson USMLM